Monthly Archives: November 2012

Unmögliche Vogelscheuchen

Ich habe mich nun auch einmal dem Trend zur Sofortbildfotografie hingegeben. Aber nicht im Sinne von Digitalfotos, sondern eher auf dem klassischen Weg, mit Hilfe der guten alten Polaroid-Kamera und dem nicht ganz so alten Impossible-Sofortbildfilm. Also für teuer Geld ein Pack mit 8 (!!!) Bildern des Typs „Color Shade“ in die SX70 geschoben und nach einem Projekt gesucht. Dabei kam mir der Zufall zuhilfe, als ich gestern an einem Kohlfeld vorbeifuhr, auf dem tatsächlich noch ganz klassische Vogelscheuchen aufgestellt waren. Das war es doch, Porträts dieser dürren, zerlumpten Gestalten. Was das Privatfernsehen kann, kann ich schon lange…

Also heute wieder hin. Das Feld stellte sich als matschiger heraus, als ich es gehofft hatte und auch der Bauernhof war nicht soweit weg, dass ein wütender Landwirt mir mit seinem Schrotgewehr nicht wenigstens heftige Schmerzen hätte zufügen können. Also habe ich mich für die fünf am nächsten stehenden Scheuchen entschieden und diese kurz entschlossen abgelichtet.

Der Film ist noch nicht ganz ausgereift, da Polaroid seine Chemierezepte gut unter Verschluss hält und Impossible ganz von vorn anfangen musste. Nach einer Stunde des geduldigen Wartens (so lange sollte es angeblich dauern, bis die Bilder vollständig ausentwickelt sind) also ein erster Blick und…

Ernüchterung.

Sehr blass waren die Ergebnisse, wenn auch immerhin schön pastellig. Zuerst etwas frustriert habe ich mir dann überlegt, dass doch heute alles Kunst ist, solange man es nur so nennt, also präsentiere ich hier stolz meine fünf Kunstwerke von heute. Wer Prints davon möchte, bitte melden. 🙂

Stadtteil der Reichen und Schönen…

Fisch wird im Düsseldorfer Hafen nicht mehr gefangen, sondern höchstens noch für teuer Geld in noblen Restaurants an die Wohlhabenden der Stadt verkauft. Denn vom Image der Großindustrie und der Speditionen hat der Hafen sich größtenteils verabschiedet. Hier und da deutet noch ein alter Kran an, was hier einst los war und und ein paar vergessene Gleise in den Pflasterwegen bringen solariumsgebräunte, pelztragende Düsseldorferinnen auf ihren Highheels ins Stolpern.

Aber es ist keineswegs nur negativ, was sich hier in den letzten Jahren getan hat. Gerade in Sachen Architektur hat sich der Medienhafen, wie er genannt wird, in ein Schmuckstück verwandelt, bei dessen Entstehung sich die Architekten so richtig austoben durften. Das passt nicht immer hundertprozentig zusammen, aber hier und da ergänzen sich alt und neu doch sehr gut und alles in allem ergibt sich ein sehr ansprechendes Gesamtbild, das auch viele Touristen aus aller Welt anlockt.

Fotografisch ist das ganze Areal natürlich ein riesiger Spielplatz, auf dem man sich bei Tag und Nacht nach Herzenslust die Seele aus dem Leib fotografieren kann. So haben wir, mein guter, ebenfalls fotografierender, Freund Jens und ich, uns also eines schönen Nachmittags auf den Weg gemacht, um dort bei einbrechender Dämmerung und anschließender Dunkelheit einige Motive auf den Chip, beziehungsweise in meinem Fall den Film, zu bannen. Architektur ist nicht gerade eines meiner Spezialgebiete, aber mit den Ergebnissen der teilweise bis zu zehn Sekunden dauernden Belichtungen auf Mittelformatfilm bin ich recht zufrieden. Einige der entstandenen Bilder habe ich zu einer Galerie verwurstet, die ich Euch nun hier präsentieren möchte.

Viel Spaß beim Anschauen…

 

 

 

 

 

Sonnenzeit

Vielen Menschen ist der November unsympathisch; Grau, dunkel, kalt, trist, ungemütlich. Der Sommer ist schon lange, der goldene Oktober gerade eben erst vergangen, richtige Weihnachtsstimmung mag bei den meisten angesichts des Regens und der Stürme auch noch nicht aufkommen. (Obwohl, oder gerade weil, das Weihnachtsgebäck schon seit Ende Juli in den Regalen vor sich hin härtet.)

Ich hingegen mag den Monat. Die verblassenden Farben kommen meinem schwarzweißen Sehen entgegen, das langsame Vergehen der Natur und das Vorbereiten auf die Winterruhe hat etwas Entspannendes, alles setzt sich und schaltet einen Gang zurück.

Eine der schönsten Metaphern für diesen Zustand finde ich Sonnenblumen. Vor wenigen Monaten noch waren sie das Zeichen für Wärme und Fröhlichkeit, umso trauriger wirken sie jetzt, die Köpfe gesenkt, als wollten sie sich den Regen nicht ins Gesicht treiben lassen, die Farben gleichen sich mehr und mehr der nassen Erde an, in der sie stehen. Melancholisch und trotzdem schön, so empfinde ich es zumindest und so möchte ich es Euch in der folgenden Galerie zeigen. Viel „Spaß“ dabei…

 

 

12 mal Schwarz und Weiß

Das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende und ich habe 12 schwarzweiße Bilder ausgesucht, die für mich für je einen Monat des Jahres stehen. Sie sind nicht unbedingt in diesem Monat aufgenommen worden, aber sie fielen mir bei der Suche nach etwas passendem einfach als erstes ins Auge und da die erste Entscheidung ja oft die beste ist…

Alle Bilder haben gemeinsam, dass sie mit zweiäugigen Mittelformatkameras entstanden sind. Von der Rolleiflex Baujahr 1928 bis zur chinesischen Billigkopie Seagull aus den 80ern ist alles vertreten, insgesamt ergibt sich für mich jedoch trotz verschiedener Kameras ein recht einheitliches Bild, das auch mein Hauptinteresse der Fotografie widerspiegelt. Monochrome Landschafts-, Architektur- und Industrieaufnahmen. Beim anschauen wünsche ich Euch viel Spaß.

Das Ganze ist übrigens auch als Kalender im Calvendo-Verlag erschienen. Er trägt den Titel

„Alles im Fluss – Natur und Industrie im Ruhrgebiet“

und ist erhältlich im Buchhandel auf Bestellung oder online auf www.kalenderhaus.de in DIN A4 und DIN A3

Abstraktes

Einfach mal sechs Bilder, deren Anfang aus einem Versehen erwuchs, die mir so als Serie jedoch einfach irgendwie gefallen. Herbstwald, mal anders. Irgendwie erinnern sie mich an expressionistische Gemälde…

Alles neu macht der Herbst

Nachdem ich hier mal aufgeräumt habe und nun das Ganze neu starten möchte, beginne ich mit ein wenig Farbe. Eigentlich nicht mein Metier, aber der Herbst mit seinen unglaublichen Farben verlangt es ja geradezu.

Die Zeit für düstere Schwarzweiß-Fotos kommt mit dem November ja erst, der Oktober schreit für mich nach Farbe. Und deshalb bin ich losgezogen, durch´s Viertel gestreift, habe Orte entdeckt, die ich vorher noch nicht kannte und hab den herbstlichen Wald genossen.

Die Ergebnisse dieses Spazierganges möchte ich Euch hier präsentieren, zum ersten Mal in Form einer in den Beitrag integrierten Galerie. Viel Spaß beim anschauen und wie gehabt auch sehr gern beim kommentieren.