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Abenteuer Fotobuch

Irgendwann kommt der Punkt, wo es einem Fotografen nicht mehr reicht, seine Bilder auf dem Bildschirm zu betrachten. Man möchte etwas in der Hand halten, die Bilder physisch real vor einem haben, nicht nur als Ansammlung von Einsen und Nullen auf einem Datenträger.

Nun heißt es, sich zu entscheiden. Habe ich den Platz, mir Abzüge meiner Lieblingsbilder an die Wand zu hängen? Möchte ich ganz klassisch Bilder in ein Fotoalbum kleben? Möchte ich einen Kalender erstellen? Oder soll es doch ein Fotobuch werden?

Gleich vorweg: Hier gibt es kein Richtig und Falsch. Jeder muss diese Entscheidung für sich fällen und wenn er oder sie am Ende damit glücklich ist, ist das Ziel erreicht. Machen sollte man es aber in jedem Fall, denn seine Bilder so leibhaftig vor sich zu haben, das ist nochmal etwas ganz anderes.

Ich habe mich nach dem Paris-Urlaub im März recht schnell entschieden, diesmal ein Fotobuch zu machen. Rein schwarzweiß sollte es werden, das war schnell klar. Nun hieß es, sich für einen Anbieter zu entscheiden, denn diese Dienstleistung gibt es wie Sand am Meer. Meine Wahl fiel auf die Fotobücher von dm, also ein Produkt von cewe. Die Beispielbücher im Markt haben mir von der Qualität her zugesagt, also habe ich nicht lange gezögert, mir die Software runtergeladen und…

…schon stand ich vor Entscheidungen.
Welches Format? Hochkant, quer oder quadratisch?
Welche Größe?
Was für ein Umschlag?
Da ich etwa gleich viele Aufnahmen im Hoch- wie im Querformat hatte, war die Entscheidung für ein quadratisches Exemplar schnell getroffen. So haben alle Bilder den gleichen Platz um zu wirken.
Größenmäßig habe ich mich für 30x30cm entschieden, denn es sollte schon ein Buch werden, in dem man gern blättert, kein kleines Heftchen, in dem viele Details in den Bildern verlorengehen.
In Sachen Umschlag fiel meine Wahl auf einen klassischen Leineneinband. Ohne Bild, ohne Text, einfach nur ein schickes dunkles Blau.

Nun ging es daran, die Bilder einzufügen. Ich wollte mir hier nicht von der Software die Arbeit abnehmen lassen, sondern selbst die Bildpaare zusammenstellen, die sich auf den jeweiligen Doppelseiten gegenüberstehen. Und das war nun der Moment, der mich wochenlang beanspruchte. Bilder einfügen, begutachten, verschieben… Es machte Spaß, war aber auch ein langer Weg. Aber gut, was tut man nicht alles, um hinterher auch zufrieden mit dem Ergebnis zu sein.

Als dieser Punkt dann endlich geschafft war, habe ich mein Layout über die Software hochgeladen. Dies geht fast von allein und währenddessen war Zeit für einen Kaffee, da es viele Fotos (60) und somit eine Menge an Dateivolumen war. Zu beachten ist hierbei lediglich, dass man das Kästchen für automatische Bildoptimierung deaktivieren sollte, wenn man seine Bilder vorher schon in einem Bildbearbeitungsprogramm per Hand bearbeitet hat.

An dieser Stelle ein Hinweis: BITTE investiert das Geld in eine Lösung zur Bildschirmkalibrierung. Es lohnt sich wirklich! Die Enttäuschung, wenn das fertige Fotobuch hinterher farblich völlig danebenliegt, ist sonst groß. Man glaubt gar nicht, wie sehr Bildschirm und Druck sich unterscheiden können, wenn der Monitor nicht ordentlich kalibriert ist. Das dann dem Druckdienstleister in die Schuhe schieben zu wollen, wäre unfair.

Nach etwa einer Woche bekam ich dann die Mail, dass ich mein Fotobuch im Markt abholen könne. Gesagt, getan. Sicher verpackt in einem Umschlag im DinA3 Format lag mein Fotobuch im Regal. Zuhause angekommen, habe ich es ausgepackt und muss sagen, ich bin auch jetzt noch, nach einigen Tagen und einigem Blättern, hellauf begeistert. Die Druckqualität ist für meine Begriffe sehr gut, der Leineneinband fühlt sich gut an und das Durchblättern der Seiten macht Spaß. Die Schwarzweiß-Wiedergabe ist kühl, aber exakt, ohne Farbstiche.

Fazit: Das Fotobuch ist sicher kein ganz billiges Vergnügen, vor allem, wenn man in Sachen Format und Seitenzahl einen gewissen Anspruch hat. Das Ergebnis, seine Bilder in Ruhe auf dem Sofa betrachten und das Buch auch einfach mal Gästen in die Hand drücken zu können, ist den Preis in meinen Augen allemal wert!

Eine kleine Fotostrecke meines Buches folgt jetzt.

fotobuch_blog-1Der stabile Kartonumschlag, in dem ich das Buch im Markt in Empfang genommen habe.

fotobuch_blog-2Da ist das gute Stück, eingeschweißt wartet es darauf, geöffnet zu werden.

fotobuch_blog-3Der Leineneinband, optisch und haptisch wirklich ansprechend.

fotobuch_blog-4Die ersten beiden matten, unbedruckten Seiten. Die Spannung steigt…

fotobuch_blog-5Das Papier der Seiten ist seidenmatt bis leicht glänzend, dabei aber sehr angenehm.

fotobuch_blog-6Die Druckqualität ist sehr gut, die Kamera sieht hier wesentlich mehr Punkte als das Auge.

fotobuch_blog-7Die satten Tiefen und Kontraste überzeugen voll und ganz.

fotobuch_blog-8Genauso wie die differenzierten Grauwerte und der Tonwertumfang.

Wie vor 100 Jahren…

…präsentiert sich die Altstadt von Langenberg, gelegen zwischen Essen und Wuppertal. Eine Region, die eigentlich nicht gerade für ihre Fachwerkarchitektur bekannt sein dürfte und von den meisten außerhalb NRW´s wohl eher als Kohlenpott abgetan wird. Doch das ist ein Klischee und Langenberg (neben anderen schönen kleinen Städtchen) beweist es.

Eigentlich bin ich höchst selten mit zwei Kameras unterwegs. Einerseits weil ich es nicht mag, ständig hin und her zu wechseln und andererseits, weil ich meist schon vor einem Ausflug weiß, ob ich in Kleinbild- oder in Mittelformatstimmung bin, um mich mal auf diese beiden Varianten zu beschränken. Diesmal hatte ich aber sowohl in der Rolleicord als auch in meinem kleinen Flohmarktfund Olympus Mju 1 noch je einen angefangenen Film und wie es der Zufall so wollte, handelte es sich in beiden Fällen um Kodak TMax100. Also bin ich mit beiden Kameras nach Langenberg. Ich muss sagen, die Ergebnisse des Films, den ich jeweils in Rodinal 1:50 entwickelt habe, überzeugen mich in beiden Formaten. Wunderbare Tonwerte, sehr erträgliches Korn und schöne Grauabstufungen.

Ich zeige Euch hier eine Auswahl dieses Ausfluges, jeweils ein paar aus beiden Kameras. Viel Spaß dabei!

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Und mal wieder Zollverein…

Heute war ich auf meiner Lieblingszeche, dem guten alten Weltkulturerbe Zollverein. Nicht primär zum Fotografieren, sondern vielmehr zum Schnuppern und Anregungen holen. Dort fand gestern und heute nämlich zum 14. Mal die Naturfotomesse Weltblicke statt. Neben grandiosen Dia-Multivisions-Vorträgen (ich habe mir die Show eines Schweizers angeschaut, der seit 11 Jahren jeden Sommer mit Grizzlybären in Alaska verbringt) gab es auch ein paar Herstellerstände, auf denen man die neuesten Kameras und Objektive bewundern und auch benutzen durfte. Ich habe mir hier mal einen kleinen Eindruck über aktuelle Digitalkameras verschaffen können.

Das kam mir auch sehr gelegen, da ich selbst mit einer unterwegs war, nämlich der Olympus PEN E-P1. Eine für digitale Verhältnisse mit vier Jahren recht betagte Kamera, die aber mit 12 Millionen Pixeln bis heute richtig tolle und rauscharme Bilder liefert und mir wirklich Spaß macht. Durch ihre Kompaktheit ist auch die Hemmschwelle, sie einfach mitzunehmen, so gut wie nicht da. Zusammen mit meiner Fuji XF1 ein tolles Pärchen z.B. für Städte-Trips. Vielleicht stelle ich die beiden Kameras bei Gelegenheit mal näher hier vor.

Wie soll es anders sein, natürlich habe ich auch ein paar Fotos gemacht, wenn ich schon mal da war. Durch das eher suboptimale Wetter waren nicht viele „normale“ Besucher da, neben den Weltblicke-Besuchern. Das macht es dann natürlich noch einfacher. Viel Freude nun mit meiner kleinen Auswahl von heute!

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Werkzeug…

Ein Fotograf und seine Ausrüstung… Das ist ein schwieriges Thema über welches auch schon oft und viel geschrieben und diskutiert wurde. Ist es nun so, dass die Kamera gar nicht zählt, dass es das Auge des Fotografen ist, dass Bild macht? Oder gilt doch eher der Spruch „Horses for courses“, also die passende Kamera für jedes Einsatzgebiet? Ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Ohne Idee macht die beste Kamera kein gutes Bild, anders herum lassen sich manche Ideen aber einfach nicht mit jeder Kamera umsetzen.

Gerade als Hobbyfotograf (ich finde hier das englische Wort „Enthusiast“ besser, Hobby hat immer irgendwie einen nerdigen Klang) hat man ja den Vorteil, seine Kamerakäufe nicht wirtschaftlich rechtfertigen zu müssen.

Du willst es? Du kannst es Dir leisten, ohne am Hungertuch zu nagen? Kauf es!

So haben sich auch bei mir über die Jahre viele Kameras angesammelt. Manche sind geblieben, andere sahen im Internet doch reizvoller aus, als sie es am Ende waren. Sie mussten wieder gehen. Das Schöne ist, dass man einigermaßen gute analoge Kameras heutzutage fast ohne Wertverlust wieder verkaufen kann, wenn man sich nicht gerade über´s Ohr hat hauen lassen. Ich habe mir den Grundsatz zueigen gemacht, keine Kameras zu behalten, die ich nicht nutzen kann. Mit dieser Leitlinie habe ich in den letzten Monaten die „Sammlung“ wieder ganz schön ausgedünnt. Trotzdem habe ich natürlich mehr Kameras, als ich regelmäßig benutze. Einige haben sich als Favoriten herauskristallisiert, die werden des öfteren eingepackt und ihre Handhabung liegt mir. Ein paar davon möchte ich Euch jetzt zeigen.

Contax TVS

Die Contax TVS, eine der sogenannten „Edelkompakten“ aus der analogen Ära. Eine tolle kleine Kamera für Städtereisen (z.B. hatte ich sie in London dabei), die sowohl vollautomatisch als auch mit Zeitautomatik funktioniert und trotz Zoomobjektiv eine super Bildqualität hat. Als Schnappschusskamera mit Qualitätsanspruch nicht zu überbieten.

Leica IIIf

Die Leica IIIf mit versenkbarem Summicron 50/2.0. Die klassische Reportagekamera, bei mir fast immer mit Schwarzweißfilm bestückt. Die Belichtung muss per Hand gemessen werden, Automatiken sind bei dieser Kamera Fehlanzeige! Dafür hat sie eine überragende Bildqualität und die Bilder mit ihr werden irgendwie klassisch und zeitlos. Eine Legende und eine Favoritin von mir!

Polaroid SX70

Die Polaroid SX70. Kultkamera und weit mehr als die Millionen Polaroidknipsen, die einst in den Wohnzimmerschränken weltweit lagen. Die SX70 ist ein Profimodell gewesen. Eine Spiegelreflexkamera, robust und einfach nur unheimlich schön. Zusammengeklappt durchaus was für die Aktentasche. Kommt bei mir wegen der schwindelerregenden Preise von Impossible Film selten zum Einsatz. Wenn, dann überzeugt sie aber! Auch hier gibt es Beispiele im London-Beitrag zu sehen.

Rolleicord IV

Die Rolleicord IV. Die kleine Schwester der Rolleiflex. In Hinblick auf die Bildqualität ist sie der aber nicht unterlegen. Die Rolleiflex hat im Gegensatz zur ´Cord eine Kurbel zum Filmtransport, es gab sie mit Belichtungsmesser, Film weiterspulen und Verschluss spannen war ein Arbeitsgang statt zwei. Bis auf diese paar Komfort-Verbesserungen ist die Rolleicord jedoch absolut auf Augenhöhe und ich liebe sie! Könnte ich nur eine Kamera behalten, wäre sie Anwärterin auf diesen Platz.  Das Prinzip, von oben in die Kamera zu schauen und das Sucherbild spiegelverkehrt zu sehen, muss man mögen oder sich zumindest daran gewöhnen. Wenn das aber erstmal passiert ist, dann mag man das oft nicht mehr missen.

Polaroid 110a

Tja, und meine neueste Errungenschaft, eine Polaroid Pathfinder 110a. Umgebaut auf Planfilm 9×12. An dieses Schmuckstück bin ich eher zufällig geraten, nun bin ich aber unglaublich neugierig drauf, sie zu benutzen. Den ursprünglichen Film für diese Kamera gibt es seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. Die Objektive sind jedoch legendär, weshalb sie heute oft konvertiert werden und man damit Planfilm im Format 4×5″ oder 9x12cm fotografiert. Wohl gemerkt, das beudeutet ein Negativ von 9x12cm Größe. Der Detailreichtum einer solchen Aufnahme ist gigantisch.
Der Aufwand, mit dieser Kamera zu fotografieren, leider auch. In eine Planfilmkassette passt immer nur ein Bild. Ich habe momentan zwei Kassetten, der Fotoausflug ist also schnell vorbei, wenn man sich nicht genau überlegt, was man fotografieren will. Das tut man aber für gewöhnlich. Ich plane mit dieser Kamera eher konzeptionelle Arbeiten als spontanes Um-die-Häuser-ziehen. Interessenten für Portraits unter den Lesern? Immer melden!

So, das war es für´s Erste. Meine beiden Spiegelreflexsysteme (Olympus und Canon) werde ich ein anderes Mal vorstellen.

London calling Teil III – in black and white

Auch dieses Wochenende kommt wieder ein Beitrag zum Thema London. Diesmal nun endlich die SW-Bilder. Vorher ein paar Worte zum benutzten Equipment: Ich hatte mir von Anfang an vorgenommen, mit leichtem Fotogepäck zu reisen. Erstens wollte ich gern die Kameras ins Handgepäck nehmen können, der Transport im Aufgabegepäck hätte mich wohl doch davon abgehalten, den Flug genießen zu können. Zum zweiten ist es so, dass ich oft die Erfahrung gemacht habe, wie schön man sich diverse Motive zuhause ausmalt, wenn man sie mit dieser und jener Kamera macht. Ob man dann während des Aufenthalts selbst aber gewillt ist, die (oft schwere) Ausrüstung mit sich zu schleppen, das ist eine ganz andere Frage. So habe ich mich bewusst gegen Mittelformat entschieden und mich auf zwei leichte, kompakte 35mm Kameras (und die Polaroid) beschränkt. Die Farbbilder auf Portra von der letzten Woche entstanden mit einer Olympus OM2n mit 50/1.4 Objektiv. Eine der kleinsten und für mich genialsten Spiegelreflexkameras, die es gibt. Schwarzweiß habe ich mit meiner für mich recht neuen Contax TVS fotografiert. Eine extrem hochwertige Kompaktkamera mit einem moderaten Zweifachzoom und tollem Zeiss Sonnar Objektiv. Die Kamera hat mich als leichte, praktische Reisekamera voll überzeugt und sogar ihre recht deutliche Vignettierung im Weitwinkelbereich macht sich auf den meisten Bildern eher sympathisch bemerkbar als störend. Dazu kommt, dass sie leise und unauffällig ist und man damit oftmals nicht wirklich ernst genommen wird, was vielen Leuten die Skepsis nimmt, wenn man mal Dinge oder Szenen fotografiert, die für den normalen Touristen vielleicht etwas untypisch sind.

So, nun aber viel Spaß mit den SW-Bildern auf Kodak TriX…

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Regattabahn 2 – ein Projekt

Wie  ich ja schon an früherer Stelle ( http://www.bullebaerchens-bilderwelten.de/blog/regattabahn-1-ein-projekt/) berichtet habe, arbeite ich derzeit an einem längerfristigen Projekt, mit dem ich für mich selbst überprüfen möchte, wie unterschiedlich meine Fotoergebnisse mit unterschiedlichen Kameras ausfallen. Im krassen Gegensatz zum Ansatz des letzten Beitrages in dieser Reihe, der Fotografie mit dem Smartphone, steht der heutige. Ich war wieder an der Regattabahn unterwegs, diesmal jedoch mit einer Kodak Folding Pocket Kamera aus dem Jahr 1898. Das gute Stück habe ich auf einem Flohmarkt vor einigen Monaten günstig geschossen und zuhause entdeckt, dass die üblichen Mittelformatfilme des Typ 120 hineinpassen, auch wenn sie für diese Filme eigentlich nicht gemacht ist. Die Toleranzen der aus Holz gefertigten Kamera sind aber so großzügig, dass die Spulen bequem Platz finden. Also stand fest, das wird mein zweiter Kandidat für dieses Projekt.

Durch die Beschränkung auf 8 Bilder pro Film fotografiere ich ruhiger mit dieser Kamera, aber auch der Blick für Motive ändert sich. Während es mit dem Handy eher die etwas schrägen, schrulligen Ansichten waren, die sich wie von selbst aufgedrängt haben, sind es mir der Kodak eher ruhige Motive, Landschaftsansichten, Stillleben… Aber seht selbst und vergleicht.

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Regattabahn 1 – Ein Projekt

Manchmal muss ich mich selbst davon überzeugen, dass es wirklich nötig ist, so viele verschiedene Kameras zu haben, zu wollen und zu kaufen. Heute kam mir ein Projekt in den Sinn, welches diese Bestätigung hoffentlich bringt.

Auf dem Heimweg von der Nachtschicht habe ich heute morgen noch kurz am See halt gemacht. Das Licht war schön, die Sonne kämpfte sich langsam durch den Dunst und es war auch erwartungsgemäß wenig los. Um 6:30 Uhr trifft man nur auf vereinzelte Jogger, Hundebesitzer und ein paar Enten bei der Gefiederpflege. Als „Kamera“ hatte ich nur mein Handy bei mir (ein Samsung Galaxy) und da kam mir der Gedanke, ob die Kamera die Art beeinflusst, wie ich fotografiere. In meinem Kopf kristallisierte sich ein Projekt heraus. Aufnahmen der Regattabahn, mit verschiedenen Kameras. Gleiche Location, anderes Werkzeug. Völlig unwissenschaftlich natürlich und am Ende auch nicht wirklich relevant, aber für mich doch spannend.

Um das Ganze weiter zu treiben, habe ich ausschließlich Bildbearbeitung gewählt, die das Handy mir bietet. Die Bilder sind also verinstagramt worden. Genauso werde ich es bei den anderen beiden Probanden halten (zwei analoge Kameras): Der Film wird lediglich gescannt und die Bilder in der Größe angepasst. Keine Bearbeitung von Farben und Kontrasten. Out of cam, wie man so schön sagt.

Hier seht Ihr nun die Ergebnisse meiner kleinen Früh-Fotorunde von heute morgen. Der Rest folgt in der nächsten Zeit, also dranbleiben!

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Phone-o-graphy

Nun ist es soweit, das 21. Jahrhundert hat auch mich ereilt und zwar in Form eines Smartphones. Und ich muss sagen, es ist schon eine praktische Sache. Mal ganz abgesehen von der Möglichkeit, jederzeit im Internet nach dem rechten sehen zu können, finde ich tatsächlich auch die Fotofunktion hin und wieder ganz praktisch. Nun beginne ich langsam zu verstehen, wieso der Absatz an kompakten Digitalkameras im letzten Jahr um 40% zurückgegangen ist. Dem Normal-Fotografierer, der im Urlaub mal ein paar Schnappschüsse macht, genügt die Qualität, die diese kleinen Biester heute bieten voll und ganz. Und das ist nicht abschätzig gemeint, ich bin wirklich angetan davon. Zwar wird es nicht meine Hauptkamera werden, aber gerade wenn eine andere mal nicht dabei sein kann oder darf, finde ich die Ergebnisse sehr brauchbar. So habe ich in den letzten Wochen ein wenig in meiner Umgebung herumfotografiert, auf der Suche nach Kontrasten, Strukturen, Farben, Formen. Abstrakter Alltag wollte ich das Ganze nennen. Dinge des täglichen Lebens (meines zumindest) aus dem Zusammenhang gerissen und dadurch irgendwie spannend. Oder? Was sagt Ihr? Viel Spaß beim anschauen…

 

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Pola-Pott

Es ist zugegebenermaßen eine Weile her seit meinem letzten Post hier. Nun soll aber bitte niemand denken, dass ich mich von der Fotografie verabschiedet oder eine Pause eingelegt habe. Eher das Gegenteil ist der Fall, wir haben in den letzten Wochen einen kleinen Hochzeitsmarathon eingelegt. Die Ergebnisse davon zeige ich aber natürlich nicht hier, sondern in Absprache mit den Paaren auf der Hochzeitsseite, die meine wesentlich bessere Hälfte und ich zusammen betreiben, Twinlens Wedding.

Hier soll es heute um einen Ebayfund gehen, den ich vor ein paar Tagen machte. Nein, keine neue Kamera diesmal, sondern Film. Ich hatte das Glück, fünf alte Packungen Polaroid Schwarzweißfilm ersteigern zu können. Nun ist es mit altem Polaroid-Material so eine Sache; man munkelt, die Chemie trockne recht schnell aus und die Filme werden dadurch unbrauchbar, weil sie sich einfach nicht mehr entwickeln. Erschwerend kam hinzu, dass die Packungen, die ich da gekauft habe, schon offen waren, das jeweils erste Bild war also schon belichtet und somit unbrauchbar. Kurz und gut: Ein Glücksspiel. Ich hoffte natürlich, rechnete aber mit dem Schlimmsten.

Nun, was soll ich sagen – ich hatte wohl Glück. Teilweise zumindest. Einen angefangenen Film habe ich heute mit auf eine kleine Exkursion durch´s Ruhrgebiet genommen und die gelungenen Ergebnisse zeige ich Euch hier. Die Bilder sind etwas ungleichmäßig entwickelt, teilweise auch gar nicht, aber gerade das ist ja irgendwie der Reiz und ich finde, die Bilder gewinnen dadurch. Sie sind nicht perfekt, aber einzigartig. Was mich wirklich umgehauen hat, ist die Schärfe der Fotos. Unglaublich, diese Details auf den Abzügen…

Das Bild mit den Schafen am Rhein finde ich richtig zeitlos. Es könnte auch gut in einem alten Fotoalbum kleben, ohne aufzufallen.

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Glückliche Fehler…

Manchmal läuft´s einfach nicht wie geplant. Ich bereite etwas vor, das ich schon lange ausprobieren wollte. Mache Probefotos zuhause um alles zu testen, zu messen und jede nur denkbar Quelle der Unsicherheit auszumerzen.

Kann ja nix mehr schief gehen, denke ich und ziehe los. Suche und finde Motive, male mir aus, wie das ganze wohl endlich entwickelt aussehen wird, wie ich scanne und in welche Richtung die endgültige Bearbeitung gehen soll.

Dann ab nachhause, ungeduldig auf die einbrechende Dunkelheit gewartet, die Chemikalien und Schalen bereitgestellt. Als es endlich soweit ist und ich bei Rotlicht in der Küche stehe – Entsetzen.

Das erste Bild wird direkt schwarz, viel zu lange belichtet. Das zweite auch.

Jetzt bin ich schlauer, denke ich. Nehme das Blatt aus der Brühe, sobald sich erste Schatten abzeichnen. Dann in den Fixierer damit. Anschließend gründlich waschen und trocknen.

Am nächsten Morgen ab auf den Scanner mit den Negativen…

Anders – anders als erwartet, aber interessant. Da lässt sich was draus machen. Invertieren, kleinere Korrekturen, fertig.

Die endgültige Idee für die Präsentation: Negativ und Positiv nebeneinander präsentiert, gespiegelt.
Um es philosophisch zu sehen: Den Anfang (Negativ) und das Ende (Positiv) zusammengerückt.

Übertrieben?

Wahrscheinlich.

🙂

 

Ruhr I

Ruhr II

Ruhr III

Ruhr IV

Voigtländer VAG 9×12 Großformatkamera, Direktnegativ auf Ilford-Fotopapier.