London calling

Nun sind wir also wieder hier. Oha, wie lange hatten wir uns diesen Urlaub vorgenommen. Geplant, organisiert, vor-ge-freudet und dann ging es wie immer alles viel zu schnell vorbei. Schon saßen wir wieder im Flieger, sahen die englische Küste unter uns verschwinden und kurz darauf waren wir wieder fest in deutscher Hand. Aber Fotos und Erinnerungen bleiben und da das hier eben halt ein Fotoblog ist, möchte ich einige davon mit Euch teilen.

Unsere Unterkunft hatten wir in Whitechapel, dem Stadtteil in Londons Osten, der durch Jack the Ripper zu Weltruhm gelangt ist, zwischendurch Arbeiterviertel und graue Schmuddelecke wurde und heute auf dem Weg zum Hipsterparadies ist. Ein faszinierender, niemals stillstehender Stadtteil. Aus der Haustür nach links und wir fanden uns auf einer Art asiatischem Basar wieder. Überall roch es nach Essen, Verkaufsstände zogen sich die Straße entlang, Männer mit langen Bärten und Frauen in Burkas wuselten umher. Wir hatten jedoch immer das Gefühl, dass über allem ein Hauch dieser britischen Höflichkeit hing. Man fühlte sich immer sicher und wohl.

Aus der Tür hinaus und nach rechts ging es direkt ins besagte, angesagte Viertel. Rund um die Bricklane wird man von Cafés, Retroshops, Secondhand-Läden und Used-Book-Stores regelrecht überrollt. Und es war toll. Beigel Bake, der legendäre Bagelshop wird seinem Ruf absolut gerecht, die Dinger sind sensationell und das etwas kühle Ambiente mit den weißen Fliesen, einfachen Glasregalen und Leuchstoffröhren an der Decke erinnert zwar leicht an ein Kühlhaus, ist aber auch ungemein sympathisch. Da der Laden 24 Stunden / 7 Tage die Woche offen hat, ist hier immer was los.

In der ehemaligen Brauerei des Viertels, der Truman Brewery, haben sich Gastronomie, einige Clubs und ein sagenhafter Plattenladen angesiedelt. Alles in allem ein Viertel voll junger, hipper Menschen. Hier fiel ich mit meinen analogen Kameras natürlich kaum auf. (Bis auf ein nettes Gespräch mit einem Amerikaner, der von meiner Polaroid SX70 hin und weg war.) Und eben diese Kamera ist nun auch für die ersten Bilder verantwortlich, die ich Euch zeigen möchte. Natürlich sind auch Farb- und Schwarzweißbilder auf klassischem Kleinbildfilm entstanden, mit deren Aufbereitung ich aber ein paar Tage warten werde, weil ich sie gestern und heute im Laufe einer stundenlangen Scanorgie digitalisiert habe (mit Hilfe von alkohol-, koffein- und teeinhaltigen Getränken) und von denen ich jetzt erstmal etwas Abstand gewinnen muss. Bis dahin viel Freude mit den etwas schrägen, aber von mir heißgeliebten Ergebnissen meiner Polaroid-Tour durch Whitechapel und Spitalfields.

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