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The Shard – Die Scherbe

Direkt am ersten Abend in London stand eines der Highlights des diesjährigen Urlaubs an: Ein Besuch der Aussichtsterasse des Shards.

Pünktlich zum diamantenen Kronjubiläum der Queen, am 5. Juli 2012 wurde der Shard als neuester der Londoner Wolkenkratzer eingeweiht. Er ist mit 310 Meter das zweithöchste Gebäude Europas und das höchste in der EU.
Auf 232 Metern Höhe liegt die Aussichtsplattform, von der aus dem Besucher die Stadt zu Füßen liegt. Zum Sonnenuntergang dort oben zu sein und zu sehen, wie immer weniger Licht in der Straßenschluchten fällt, während weiter draußen die Hochhäuser von Canary Wharf golden leuchten, ist etwas besonderes und wirklich beeindruckend.
Schon die Fahrt mit dem Aufzug bis zur Plattform ist ein Erlebnis, denn während man sanft nach oben gleitet, läuft Londons Stadtgeschichte um einen herum auf Monitoren an allen vier Wänden der Kabine sowie an der Decke ab.

Die tatsächliche Größe von London kann man vom Shard aus erahnen, denn in alle vier Himmelsrichtungen erstreckt sich ein Häusermeer soweit das Auge reicht. Man kommt sich hier oben so winzig vor, wie die Passanten, Züge und Busse 232 Meter unter den eigenen Füßen.

Als Tipp für Fotografen möchte ich anmerken, dass die Benutzung eines Polfilters ratsam ist. Die Aussichtsetagen sind rundherum verglast und ein solches Filter verhindert Spiegelungen im Glas. Ansonsten hilft nur, die Linse so nah wie möglich an die Scheiben zu bringen und eventuell einfallende Reflexionen mit den Händen abzuschirmen.

Es mag nicht ganz billig sein, diese Aussicht zu genießen, aber es lohnt sich allemal.

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Obscura Digitalis…

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Zurück zu den Anfängen der Fotografie… In den letzten Jahren habe ich mich ja hauptsächlich der analogen Fotografie zugewandt, um ein wenig weg zu kommen vom unkontrollierten Bilderhype und auch, um mich mit der traditionellen Technik der Fotografie zu befassen.

Wer den Schritt hin zur filmbasierten Fotografie aber nicht wagen kann oder möchte (sei es aus Zeitmangel oder wieso auch immer) der hat auch mit einer Digitalkamera die Möglichkeit, sich abseits der ausgetretenen Pfade von immer besseren, schärferen Objektiven zu bewegen und sich auf andere Dinge zu fokussieren, als Megapixel, Vergütungen und Mikrokontrast. Für kleines Geld gibt es für nahezu jede Wechselobjektivkamera, sei es spiegellos oder ganz klassisch an der DSLR, Pinhole-Vorsätze. Meist nicht dicker als ein Objektivdeckel bringen einen diese kleinen Dinger ganz an den Anfang der Fotografie und verwandeln jede Digicam in eine Camera Obscura.

Meist hat so ein Pinhole-Vorsatz einen Blendenwert von f/80 oder kleiner, so das hier unbedingt vom Stativ gearbeitet werden muss. Selbst an sonnigen Tagen liegen die Belichtungszeiten gerne mal um 1/2 bis 1 Sekunde. Scharfstellen kann man mit diesen Teilen nicht, das ist aber auch gar nicht nötig, weil durch das Wesen der Pinholefotografie und das Fehlen jeglicher Linsen die Schärfe automatisch vom Vorder- bis in den Hintergrund reicht. Wobei „Schärfe“ in diesem Fall relativ ist, denn die Bilder haben einen sehr weichen Charakter, fast schon wie Traumbilder, neblig, leicht verschwommen. Aber gerade das macht für mich den Reiz aus. Technische Perfektion steht hier ganz weit hinten an. Die Entstehungsweise des Bildes und seine Einzigartigkeit sind dafür umso deutlicher.

Ich war heute morgen unterwegs am See, der Nebel trug viel zur Stimmung bei. Die Sonne kämpfte sich schon langsam durch und bis auf ein paar wenige Freizeitsportler war wieder einmal nichts los. Die Bilder entstanden mit einer Olympus Pen E-P1 und wurden in Lightroom nur in Schwarzweiß umgewandelt und bereinigt, denn bedingt durch die kleine Blende wird jedes Staubteilchen auf dem Sensor extrem deutlich sichtbar.

Viel Freude beim Anschauen!

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Das Thyssen-Krupp Quartier

Die Stadt Essen ist seit jeher von der Firma Krupp geprägt und wird oft mit ihr in Verbindung gebracht, auch wenn das ehemalige Kruppwerk heute ein eigener Stadtteil ist (die Weststadt) und nur noch Fragmente wie das IKEA-Parkhaus von den gigantischen Anlagen zeugen, die es hier einst gab. Seit wenigen Jahren hat Krupp, oder Thyssen-Krupp, wie es heute heißt, nun jedoch wieder einen entscheidenden Anteil an der modernen Stadtarchitektur in Essen, nämlich in Form einer sehr repräsentativen Konzernzentrale. Diese, sowie die sie umgebenden Bürogebäude haben eine Brachfläche etwas nördlich der Weststadt in ein Highlight aus Stahl und Glas verwandelt. Das Hauptgebäude ist weit mehr als ein reiner Zweckbau und wirkt mit seiner riesigen gläsernen Mitte fast filigran. Das vorgelagerte Wasserbecken, das Restaurant und die schlichte, minimalistische Bepflanzung tragen zu einem sehr edlen und aufgeräumten Bild bei.

Dieses Gebäudeensemble habe ich nun vor ein paar Tagen mit der Kamera (Canon EOS 3, 35mm und 85mm Objektiv und Kodak TriX 400) heimgesucht. Architektur fotografieren macht mir echt Spaß, ist aber auch ein Stück weit Denksport und Herausforderung, will man perspektivische Verzerrungen vermeiden. Da schleicht man schon mal einige Zeit meterweise nach links und rechts, durch den Sucher immer kontrollierend, dass man jetzt auch wirklich mittig vorm Objekt der Begierde steht. Vom zu vermeidenden Kippen der Kamera nach oben ganz zu schweigen…

Hier nun die Ergebnisse meiner Fototour:

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  • 03
  • 06
  • 04
  • 05
  • 07
  • 01
  • 08
  • 09
  • 10
  • 11
  • 12